ProMosaik e.V. interviewt Herrn Erhard Arendt vom Palästinaportal
ProMosaik e.V. kritisiert auch den doppelten Standard des Westens, die israelische Apartheidpolitik und die Manipulierung von Antisemitismus und Holocaust für die Durchsetzung der kolonialistischen Interessen Israels im Nahen Osten.
Sehr prägend war für mich, als durch die Straße, in der wir wohnten, Kriegsgefangene (wie eine Herde) zur Arbeit getrieben wurden. Diese waren zerlumpt, am Verhungern und bettelten an den Fenstern der Einwohner, die auch zum Ende des Krieges kaum etwas zu essen hatten. Mich hatte das wohl tief beeindruckt sodass ich noch heute dieses Bild vor Augen habe.Schockierend war für mich die Erkenntnis, dass man unser zu Recht „schlechtes Gewissen“ missbraucht, um immer wieder mit unseren Schuldgefühlen zu spielen: „Wollt ihr, dass wieder die Juden vernichtet werden“?
Im Nahostkonflikt gibt es kein Schwarz/Weiß, vieles ist sehr differenziert zu sehen, letztlich, so musste ich erkennen, dass aber nichts so war, wie es uns vorgetäuscht wurde und immer noch vorgetäuscht wird. Nicht die Juden (eigentlich ja die Israelis, die Zionisten) sind die neuen Opfer, nein, unter dem Strich sind es eindeutig die Palästinenser.
Wer das bezweifelt, offen zugegeben hat, war z. B. Henryk M. Broder. Er gibt sich ja gerne als Sprecher, Verteidiger, Vertreter der Juden aus und entlarvt dabei öfters sich und andere.
Zwei seiner Sprüche belegen es: „”Es stimmt, Israel ist heute mehr Täter als Opfer. Das ist auch gut und richtig so, nachdem es die Juden fast 2000 Jahre lang mit der Rolle der ewigen Opfer versucht und dabei nur schlechte Erfahrungen gemacht haben. Täter haben meistens eine längere Lebenserwartung als Opfer und es macht mehr Spaß, Täter als Opfer zu sein.” (2)
Henryk M. Broder entlarvt das eigene Handeln und sagte bei einer Anhörung vor dem Deutschen Bundestag, ohne das es einen Widerspruch gab:
Wir sollen den „modernen Antisemitismus“ bekämpfen. Das ist aber eigentlich nicht mehr und weniger, die zu Recht wachsende, legitime, notwendige Kritik am Handeln Israels, sie soll unterdrückt und delegitimiert werden.
Mein Engagement gilt nicht einer Partei, einer Seite, sondern einem gewünschten friedlichen gerechten Miteinander.
Besonders wir Deutsche haben ja als Täter unsere Erfahrungen mit dem Herrenmenschentum gemacht und bereuen (leider nur rückwirkend), was geschehen ist. Das darf in Palästina nicht fortgesetzt werden. Kein Mensch, kein Staat hat das Recht, sich über andere Menschen, Volksgruppen zu erheben, sie als Untermenschen zu behandeln, sie zu töten, zu vertreiben, ihnen die selbstverständlichen Menschenrechte zu nehmen. Die Zeiten des Raubrittertums sollten vorbei sein.
Ich bin für ein noch nicht erreichtes, demokratisches Miteinander der Staaten und kann es gar nicht akzeptieren, bin schockiert darüber, dass in den USA ein Obama sich hinstellen kann und sich unwidersprochen als Weltherrscher präsentiert und handelt. Wer hat ihn gewählt? Ich kann nicht akzeptieren, dass die Welt als Verfügungsgebiet des Westens angesehen wird.
Ich engagiere mich nicht für Parteien, Ideologien, ich engagiere mich für den gerechten Umgang miteinander, versuche so gerecht wie möglich zu handeln. Das mag man bei den Machtkämpfen, die unsere Politik, das Handeln der Staaten bestimmen, naiv finden. Gut, dann bin ich es. Ich bin lieber ein „Gutmensch“ als ein „Bösmensch“.
Dr. phil. Milena Rampoldi: Was haben Sie mit dem Palästina-Portal bereits erreicht und was wünschen Sie sich für die Zukunft?Die Lebenssituation der Palästinenser verschlechtert sich immer mehr. Es gibt keine Frieden, und die Palästinenser sind von einem eigenen Staat weiter entfernt als je zuvor, das heißt, man müsste wahrnehmen, dass es ist eine sich nicht erfüllende Illusion ist.
Aber, das Bild stimmt nicht, es ist ein sicherlich nicht falsches aber kurzfristiges Denken. Die wahrnehmbare Grausamkeit des Handelns Israels schockt die Welt immer mehr. Immer deutlicher wird die Kritik am Handeln Israels.
Da muss man sich fragen: „Wer macht die Welt darauf aufmerksam?“
Die großen Medien, obwohl sie es auch besser wissen, beugen sich immer noch dem Druck der falschen Freunde Israels, den sie mit dem Hinweis auf die große Schuld der Deutschen immer wieder in den Vordergrund stellen und damit die Verbrechen Israels überdecken. Das sind geübte, täuschende, leider noch immer erfolgreiche Antisemitismuskeulen-Schwinger.
Einer von denen bin ich, einer der Knotenpunkte im deutschsprachigen Raum ist das „Das Palästina Portal“.
Es zeigt das, was andere Medien meist nicht zeigen.
Die Wirklichkeit des Geschehens in Palästina wird in Wort, Bild als Video dokumentiert, aufgezeigt und weltweit verbreitet.
„Das Palästina Portal“ ist seit Jahren als seriöse, umfangreiche Informationsquelle im deutschsprachigen Raum bekannt. Ja, es kommen selbst Besucher aus Palästina und Israel, um sich dort zu informieren. „Das Palästina Portal“ hat eine wachsende Besucherzahl. Für eine Seite, die von palästinensischer Seite aus gesehen die Wirklichkeit darstellt, ist eine Besucherzahl von täglich 5 000 bis 8 000 schon recht groß.
Es gibt mittlerweile 23 000 Seiten und über 226 000 externe, 205 000 interne Links. Was mich einerseits freut, manchmal aber nicht hilfreich ist. Wenn ich bei Google etwas suche, bietet Google mir sehr oft und aktuell an vorderster Stelle meine Seiten an.
Hilfreich ist es auch, dass sich in loser Zusammenarbeit mittlerweile eine große unterstützende Mitarbeiterschar gefunden hat. Da gibt es Übersetzer für unterschiedliche Sprachen, wenn es sein muss eine Lektorin, da gibt es wissenschaftliche Mitarbeiter, Autoren und so weiter.
Dr. phil. Milena Rampoldi: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?Wenn das nicht geschieht, dass ich einen Nachfolger finde, der sich 6 bis 14 Stunden am Tag für das Portal Zeit nimmt.
Vieles ist möglich, leider auch das Scheitern jeder Bemühungen und das ein „Großisrael“ entsteht. Eine am ehesten (zur Zeit) realistische Entwicklung, die wir aber alle nicht wollen, weil nicht zu erwarten ist, dass in einem „Großisrael“ Palästinenser und Israelis mit gleichen Rechten zusammenleben würden.
Ehrlich gesagt, das ist mir auch im Augenblick völlig egal. Zur Zeit gibt es kein erkennbares Ziel, keinen erkennbaren Frieden.
Wichtig ist der Weg, ein Weg der Schritt für Schritt entsteht.
Es gibt Utopien von Zielen, wie er sein sollte. Leider führt zur Zeit keine Entwicklung, kein erkennbar Weg dorthin. So bleibt mir nur, bleibt uns die Hoffnung und das, mit immer neuem Mut, auf dem Weg zu sein.
Quelle: blog.reuters.com Herr Erhard Arendt: Das schließt sich an meine Aussage von oben an. Ich wünsche mir für die Frauen (ebenso wie für die Männer), dass ihre Kinder in die Schule gehen können und lebend, unverletzt wieder nach Hause kommen. Dass die Männer und Frauen aus ihrem Haus herausgehen können und wissen, wir haben noch ein Zuhause, wenn wir nach Hause zurückkommen. Dass sie ein lebenswertes Leben haben und finanziell ihre Existenz gesichert ist. Dass sie Nachbarn als Freunde und nicht als aggressive Feinde haben.
Dass sie in einer offenen, freien Gesellschaft leben.

Da sind Worte aber nicht ausreichend. Auch wir sind in der Verantwortung jetzt und heute, ihnen eine lebenswerte, geschützte Welt in Sicherheit zu geben. Die Welt und wir versagen. Das alles, was in Palästina, sei es Ramallah oder anderswo geschieht, dürfte nicht mehr geschehen.
Es ist recht schwer in dieser Situation zu sagen, was ich vielen, meist jungen Palästinensern über Facebook sage:
„Lasst euch nicht vom durchaus berechtigten Hass bestimmen und leiten.“
„Glaubt nicht, mit Waffen könnte man eine Frieden schaffen oder erreichen.“
„Versucht eure verständliche Wut in positive Bahnen, positiv für euch persönlich, eure Zukunft und eure Gesellschaft zu lenken.“
„Leistet, da wo ihr stark auch ohne Waffen sein könnt, einen ideenreichen, wirkungsvollen friedlichen Widerstand. Da gibt es so viele Möglichkeiten die andere in Palästina ja auch zeigen.“
„Lasst das sein, es gibt doch die Wege des friedlichen Widerstandes, viele Palästinenser gehen diesen Weg und demaskieren damit noch überzeugender das brutale Besatzungsregime.“
Aufklären, dokumentieren, aufmerksam machen auf das, was in Palästina wirklich geschieht.
Indem wir solidarisch miteinander arbeiten und nicht, wie es leider auch geschieht, gegeneinander.
Wir müssen sie und uns stärken, sie vor den Angriffen dieser falschen Freunde Israels schützen, indem wir auf die Manipulationen, Lügen, Diffamierungen und Verleumdungen aufmerksam machen.
(Artikel zum gleichnamigen Buch von Alan Derschowitz).

http://promosaik.blogspot.com.tr/2015/03/promosaik-ev-interviewt-herrn-erhard.html







